Alte Treppe verkleiden

Alte Treppe verkleiden

Eine alte Treppe zu verkleiden bedeutet, abgenutzte, unschöne oder optisch nicht mehr zur sonstigen Einrichtung passende Trittflächen mit neuen Belägen zu überdecken, ohne die Treppe oder die vorhandenen Stufen ausbauen zu müssen. Wir bieten Ihnen dafür sogenannte Renovierungsstufen mit Anleimer an der Vorderkante an. Sie werden direkt auf die alte Stufe geklebt und verdecken dann mit dem Anleimer auch deren Vorderkante. Sollte eine Treppenseite offen bzw. sichtbar sein, könnten wir diese auf Wunsch auch mit einem sogenannten Einleimer im Hirnholzschnitt verdecken, sodass die Renovierungsstufe dann vorne und an der offenen Seite geschlossen ist und optisch dort so aussieht wie eine Vollstufe. So bleiben die alten Stufen bzw. die vorhandene Tragkonstruktion erhalten und eine solche Renovierung kann auch problemlos in Eigenleistung erfolgen.

Was bedeutet es, eine alte Treppe zu verkleiden?

Beim Verkleiden einer alten Treppe bleibt die vorhandene Tragkonstruktion bestehen. Anders als bei einem vollständigen Stufenaustausch werden nur die sichtbaren Oberflächen durch Aufdopplung renoviert. Dadurch lassen sich verschrammte, ausgetretene oder optisch nicht mehr passende Stufen sanieren, ohne die Stufen oder gar die gesamte Treppe ausbauen zu müssen.

Für die Renovierung werden passgenaue Renovierungsstufen mit Anleimer auf die alten Stufen geklebt. Der Anleimer ist die senkrechte Holzkante an der Vorderseite der neuen Stufe. Er verdeckt die vorhandene Stufenkante und sorgt für einen sauberen Abschluss. Übliche Renovierungsbeläge sind 18 Millimeter dick und bauen zusammen mit dem Kleber nur etwa 20 Millimeter auf.

Dieses Verfahren eignet sich für viele Holz-, Beton- und Stahltreppen. Voraussetzung ist, dass die Unterkonstruktion tragfähig ist und der Untergrund fachgerecht vorbereitet wird. Soll nicht die gesamte Treppe neu belegt werden, sondern nur einzelne Bereiche überarbeitet werden, finden Sie weitere Hinweise unter Treppenstufen renovieren.

Alte Treppe verkleiden in 6 Schritten

Kontrollieren Sie die Bauart, die Tragfähigkeit und den vorhandenen Untergrund. Für Renovierungsstufen mit 18 Millimeter starkem Belag stehen Typ 1 mit einem 40 Millimeter hohen Anleimer und Typ 2 mit einem 70 Millimeter hohen Anleimer zur Verfügung. Der längere Anleimer eignet sich, wenn eine größere alte Vorderkante verdeckt werden muss. Auf Anfrage sind natürlich auch weitere Anleimerhöhen möglich.

Das Fertigungsmaß ergibt sich aus dem Rohstufenmaß plus der gewählten Anleimerdicke. Geben Sie die Maße bitte immer in Millimetern an. Liegen die Stufen zwischen zwei Wänden, planen Sie am besten immer Dehnungsfugen mit ein, pro Seite mindestens zwei bis drei Millimeter. Für gewendelte Stufen erstellen Sie am besten sogenannte 1:1-Schablonen, incl. aller Zugaben und Abzüge. Am besten für jede Stufe eine 1:1-Schablone, die von unten nach oben aufsteigend nummeriert und auf der die Stufenvorderkante deutlich gekennzeichnet ist (also der Stufenantritt vorne).

Wählen Sie die gewünschte Holzart sowie den Stufentyp aus und tragen Sie Maße in den Konfigurator für Renovierungsstufen ein. Bei geschlossenen Treppen können Sie zusätzlich passende Setzstufen einplanen.

Entfernen Sie lose Altbeläge, Klebereste, Staub und Verschmutzungen. Größere Unebenheiten sollten Sie am besten verspachteln. Die Oberflächen sollten, vor dem Verkleben der überbauenden Renovierungsstufen, vollständig trocken, sauber, eben und tragfähig sein.

Verwenden Sie dazu am besten einen dafür geeigneten Treppenstufen-Spezialkleber, der zum jeweiligen Untergrund passt. Auf Beton, Stein oder ähnlichen Untergründen empfehlen wir den 2K-Kleber PONAL Statik, der sehr schnell vollflächig verklebt und zusätzlich auch noch unter der Stufe komplett ausschäumt, also auch trittschalldämmend ist. Dieser Kleber basiert auf einer 2-Komponetenverbindung, die den Klebeprozess auf ca. 12 bis 15 Minuten reduziert und mit einer handelsüblichen Silikonspritze funktioniert und so auf die Fläche ausgespritzt werden kann.

Setzstufen montieren Sie am besten von hinten in die Trittstufen, indem Sie sie in ihrer Höhe bis zur Unterkante der Trittstufen planen, diese dann von hinten durch die Setzstufe in die Trittstufendicke verschrauben. So werden die Setzstufen ohne weitere Maßnahme kraftschlüssig befestigt, also ohne weitere Verklebung oder Verfugung. Anschluss-/Wandfugen lassen sich am besten mit elastischem Silikon in Wandfarbe schließen und/oder Sie verbauen dort Abdeckleisten im gleichen Holz.

Welcher Belag passt: Massivholz oder Resopal?

Der passende Treppenbelag richtet sich nach der Beanspruchung, dem gewünschten Erscheinungsbild und dem verfügbaren Budget.
Kriterium Massivholz Resopal (HPL-Dekor)
Optik Naturwerkstoff, natürliche Maserung, von Charge zu Charge immer etwas unterschiedlich, hochwertig viele Resopal-Dekore verfügbar, optisch gleichmäßig, immer wie bemustert
Haltbarkeit langlebig, kann gut überarbeitet und/oder nachgearbeitet werden besonders kratz- und abriebfest, für hoch frequentierte Bereiche
Pflege geringer Nachpflegeaufwand kein Nachpflegeaufwand
Preis je Stufe schon ab 51,90 € für eine gerade Treppenstufe in Buche stabverleimt B/B in massiver Dicke 40mm mittleres Preissegment, besonders interessant als Alternative zu hochpreisigen Holzarten, Marmor oder Graniten
geeignet für Wohnbereichstreppen stark genutzte Treppen, auch mit Straßenschuhen in Treppenhäusern oder Büros

Massivholz eignet sich besonders für Treppen in Wohnbereichen. Die Oberfläche kann bei späteren Gebrauchsspuren erneut abgeschliffen und behandelt werden. Einen Überblick über verfügbare Varianten bietet die Übersicht der Holzarten.

Resopal-Stufen sind besonders widerstandsfähig gegen Kratzer und Abrieb und lassen sich leicht reinigen. Verbundstufen mit vinyl- oder laminatbeplankt sind meist etwas günstiger, erreichen jedoch in der Regel lange nicht die Lebensdauer von Resopalstufen und schon gar nicht die Möglichkeit der Überarbeitbarkeit wie bei Massivholz-Treppenstufen. Ausführliche Informationen zur Verkleidung einzelner Stufen finden Sie unter Treppenstufen mit Holz verkleiden.

Holztreppe, Stahltreppe oder Betontreppe verkleiden oder mit Treppenstufen belegen: Worin liegt der Unterschied?

Bei einer Holztreppe werden die neuen Renovierungsstufen direkt auf den vorbereiteten alten Holzbelag geklebt. Lose Bauteile, knarrende Verbindungen und beschädigte Bereiche sollten vorher befestigt oder instand gesetzt werden. Bei einer Stahltreppe werden maßgefertigte Holzstufen auf die Stahlunterkonstruktion aufgelegt und befestigt. Sollten in dieser Unterkonstruktion Bohrlöcher für eine Befestigung der Treppenstufen vorhanden sein, lassen sich die Treppenstufen, mit Hilfe von Spax- oder Torx-Schrauben und Vorlegebändern zur Trittschalldämmung, direkt auf der Stahl-UK befestigen. Ohne diese Bohrungen lassen sich die Treppenstufen dort auch mit Hilfe von Treppenstufen-Klebesets auf der Stahl-UK befestigen. Diese Klebesets bestehen aus einem trittschalldämmenden und verklebenden Butylband, speziell dafür entwickelten Abstandshaltern, sowie einem zusätzlich arretierenden Spezialsilicon. Die vorhandene Stahlkonstruktion sollte dazu immer rostfrei, fettfrei und tragfähig sein. Bei einer Betontreppe verdeckt der Anleimer die sichtbare Betonkante. Vor der Montage müssen Unebenheiten ausgeglichen und die Feuchtigkeit des Untergrunds geprüft werden.

Worauf sollte man bei Betontreppen achten?

Beton kann über mehrere Monate Feuchtigkeit abgeben. Diese Restfeuchte kann vom Holz aufgenommen werden und dadurch Verformungen verursachen. Auf vollständig trockenem und geeignet vorbereitetem Beton können je nach Aufbau Renovierungsstufen eingesetzt werden. Aufgrund der Feuchtigkeitsthematik wird für Betontreppen jedoch häufig eine Materialstärke von mindestens 25 bis 30 Millimetern empfohlen. Weitere Hinweise finden Sie im Ratgeber Betontreppe verkleiden. Da ein neuer Belag die Höhe der Stufen geringfügig verändert, sollten insbesondere die erste und die letzte Steigung geprüft werden. Die DIN 18065 für Gebäudetreppen liefert hierzu den normativen Kontext.

Passende Renovierungsstufen für Ihre Treppe finden

Eine alte Treppe lässt sich mit maßgefertigten Renovierungsstufen neu verkleiden, ohne die vorhandene Konstruktion ausbauen zu müssen. Entscheidend sind ein tragfähiger Untergrund, ein genaues Aufmaß und der passende Stufentyp. So können Sie Ihre Holztreppe, Betontreppe oder Stahltreppe selbst renovieren und die Materialkosten vorab planen. Im Massivholz-Konfigurator geben Sie Holzart, Maße und Ausführung ein und erhalten den Preis für Ihre Renovierungsstufen. Bei Fragen zur Maßaufnahme, zur Schablonenerstellung oder zur Materialwahl können Sie sich vor der Bestellung telefonisch oder per E-Mail beraten lassen.

Alte Treppe verkleiden - die häufigsten Fragen auf einen Blick

Ja. Renovierungsstufen werden direkt auf die vorhandenen Stufen geklebt. Ein Anleimer an der Vorderseite verdeckt die alte Stufenkante. Die Tragkonstruktion bleibt erhalten. Ein 18 Millimeter dicker Belag baut inklusive Kleber nur ungefähr 20 Millimeter auf.

Ja, bei offenen Treppen können vorhandene Treppenstufen ausgetauscht oder mit passgenauen Renovierungsstufen überbaut werden. Entscheidend sind die Bauart der Treppe und ein genaues Aufmaß. Für gewendelte / verzogene Treppenstufen empfiehlt sich hier pro Stufe eine 1:1-Schablone zu erstellen.

Üblich sind Massivholz, Resopal, Vinyl und Laminat. Massivholz besitzt eine natürliche Oberfläche und lässt sich später auch wieder überarbeiten. Resopal ist besonders robust, kratzfest und so gut wie pflegefrei. Vinyl und Laminat sind hier zwar etwas günstiger, aber meist auch weniger langlebig. Die Wahl hängt dabei ab von der speziellen Nutzung, der gewünschten Optik und auch dem geplanten Budget.

Zunächst muss der Beton gereinigt, auf Mängel geprüft und eventuell etwas ausgeglichen werden. Die Oberflächen sollten nicht sanden und vollständig abgetrocknet sein. Anschließend werden die Holzstufen mit einem für Beton geeigneten Treppenstufenkleber befestigt (z.B. 2K-Treppenstufen-Kleber PONAL Statik). Bei Renovierungsstufen verdeckt der Anleimer dann auch die Betonkante. Da neu gegossener Beton sehr lange Restfeuchten abgibt, sollte man die Materialstärke des Holzes nach Möglichkeit eher etwas dicker wählen, z.B. größer 25mm, damit man die möglichen holztechnischen Risiken, wie Schüsselungen, Verformungen oder gar Rissbildungen dadurch minimiert.

Das Fertigungsmaß ergibt sich bei Renovierungsstufen aus dem Beton-Rohstufenmaß zuzüglich der Anleimerdicke an der Vorderkante und evtl. abzüglich seitlicher Dehnungsfugen (wenn die Stufen zwischen Wänden eingebaut werden). Geben Sie die Stufenbreiten und Stufentiefen dabei immer in Millimetern an. Zwischen zwei Wänden sollten pro Seite zwei bis drei Millimeter Dehnungsfugen berücksichtigen. Gewendelte Stufen bildet man am sichersten in Form von 1:1-Schablonen ab.

Die günstigste Lösung ist hier meist die Eigenmontage in Verbindung mit 1:1 vorgefertigten Treppenteilen, da durch die Eigenleistung keine weiteren Handwerkerkosten anfallen.

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